Die Erfahrungen der Infanterieschule mit der Ausbildung deutscher Soldaten für einen Einsatz im Rahmen UNOSOM II im Frühjahr 1993, sowie das positive Feedback aus dem Einsatzland zeigten den Bedarf an einer zentralen Ausbildungsstätte, die die gewonnene Expertise für zukünftige Aufträge nutzen und weiterentwickeln konnte. Mit Weisung des Inspekteurs des Heeres vom 25. August 1994 wurde deshalb der Infanterieschule in Hammelburg eine zusätzliche Aufgabe übertragen. Die VIII. Inspektion der Infanterieschule bekam den eigenständigen Auftrag, die Soldaten auf ihre Auslandseinsätze vorzubereiten. Damit war der Grundstein für das spätere German Armed Forces UN Training Centre gelegt.
Mit der zunehmenden Zahl der Lehrgangsteilnehmer und mit immer größeren Truppenkontingenten, die für den Einsatz vorzubereiten waren, ergab sich für die Infanterieschule die Notwendigkeit, eine neue Struktur zu beantragen und sie bis zum Ende des Jahres 1999 einzunehmen.
Das VN-Ausbildungszentrum der Bundeswehr wurde mit seiner offiziellen Indienststellung am 27. Oktober 1999 ein eigenständiger Baustein der Infanterieschule und bereits nach kurzer Zeit ein nationales und internationales Markenzeichen für die Ausbildung von Soldaten und Zivilpersonen für Einsätze zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung.
Die zunehmenden internationalen Verpflichtungen Deutschlands und seiner Streitkräfte führten zu einer grundlegenden Überarbeitung der Struktur des Ausbildungszentrums und der Entscheidung über einen deutlichen Aufwuchs mit Beginn Oktober 2009. Damit geht einher die Herauslösung aus der Infanterieschule und die weitgehende Selbständigkeit bei erweiterten Aufgaben im Bereich der Ausbildung von Soldaten, Zivilpersonen und Polizisten.